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Ruhezeiten in Eigentumswohnungen: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Ruhezeiten in Eigentumswohnungen: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Laute Sportübungen oder stundenlange Proben mit Musikinstrumenten können im nachbarschaftlichen Gefüge leicht zu Missstimmung führen. Gut, dass die meisten Eigentümergemeinschaften bestimmte Regeln für Ruhezeiten getroffen haben, an die sich alle halten müssen. So ist die Harmonie im Haus gesichert und Sie können das Leben in Ihrer Eigentumswohnung ohne Streit mit den Nachbarn genießen. Worauf Sie im Einzelnen achten müssen und welche Entscheidungsgewalt Eigentümer in Bezug auf die Regelungen haben, können Sie in diesem Blogartikel nachlesen.

Allgemeine Ruhezeiten – was sagt der Gesetzgeber?

In der Regel werden bestimmte Ruhezeiten in der Hausordnung festgelegt. In diesen Zeiten ist Lärm zu vermeiden, der über die Zimmerlautstärke hinausgeht. Untersagt sind beispielsweise lautes Musizieren oder der laute Betrieb von Musikanlagen oder Fernsehern. Eine allgemeingültige, gesetzliche verankerte Ruhezeitenregelung für Deutschland gibt es jedoch nicht. Vielmehr regeln die Bundesländer und Kommunen die allgemeinen Ruhezeiten für die Mittags- und Nachtruhe. Wenngleich es an manchen Orten gar keine Mittagsruhe gibt, gilt in den meisten Fällen:

  • Mittagsruhe: 13:00 – 15:00 Uhr
  • Nachtruhe: 22:00 – 7:00 Uhr

In diesen Zeiten sollen die Hausbewohner die Möglichkeit bekommen, sich auszuruhen. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen kann diese Ruhezeit in einigen Fällen auch für den ganzen Tag gelten.

Individuelle Ruhezeiten in Eigentumswohnungen festlegen

Bei Mietwohnungen sind die Ruhezeiten meist unveränderlich in der Hausordnung festgelegt. Im Unterschied dazu können Eigentümerversammlungen durch einen Mehrheitsbeschluss individuelle Anpassungen der Hausordnung vornehmen. So haben Wohnungseigentümer etwa die Möglichkeit, zusätzliche Regelungen für die Ruhezeiten im Wohnhaus zu treffen. Möchte ein Eigentümer die Ruhezeiten verändern, beispielweise um das Klarinette-Spielen eines Nachbarn zeitlich zu begrenzen, stellt er einen Antrag bei der Eigentümerversammlung seines Wohnhauses. In der Versammlung wird dann über diesen Antrag abgestimmt. Erhält der Antrag eine einfache Mehrheit, kann die Hausordnung geändert werden.

Was können Sie gegen eine Ruhestörung tun?

Natürlich ist es am besten, zunächst das Gespräch mit der Person zu suchen, von der die Ruhestörung ausgeht. Ist keine Einigung möglich, haben Eigentümer genau wie Mieter das Recht, gegen Ruhestörungen durch andere Eigentümer gerichtlich vorzugehen. Als Ruhestörung gelten allgemeinhin laute Geräusche, die die Zimmerlautstärke innerhalb der geregelten Ruhezeiten überschreiten. Zunächst muss die Ruhestörung allerdings beim Ordnungsamt oder der Polizei gemeldet werden. Mittels Ordnungswidrigkeitsverfahren wird dann entschieden, ob ein Bußgeld fällig wird. Verstößt ein Eigentümer trotz Abmahnung wiederholt grob gegen seine Pflichten, beispielsweise in Bezug auf die Wahrung der Ruhezeiten, kann von ihm als letztes Mittel die Veräußerung seines Wohneigentums verlangt werden (§ 18 WEG – Wohnungseigentumsgesetz). Eine Ausnahme bildet der von Kindern verursachte Lärm. Die Eltern werden zwar dazu angehalten, dass sie ihre Kinder in den Ruhezeiten leise beschäftigen, dennoch kann von den Kindern nicht verlangt werden, dass sie sich an diese Zeiten halten.

Fazit: Ruhezeiten für eine bessere Harmonie im Wohnhaus

Eigentümer haben jederzeit die Möglichkeit, über einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung die Ruhezeiten in Eigentumswohnungen an die Bedürfnisse der Bewohner anzupassen. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, die Klavierübungen auf zwei bis drei Stunden einzugrenzen oder das Sporttreiben in der Wohnung ganz zu verbieten, sodass sich niemand gestört fühlt. Durch derartige individuelle Regelungen lässt sich ein geordnetes und störungsfreies Zusammenwohnen zusätzlich absichern.

Foto: © naka / Adobe Stock

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