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Eigentumswohnung erben und vererben: Das sollten Sie bei einer Erbschaft beachten

Eigentumswohnung erben und vererben: Das sollten Sie bei einer Erbschaft beachten

Immer häufiger sind Immobilien wie Eigentumswohnungen Teile einer Erbschaft. Meist handelt es sich dabei um einen wirtschaftlich und emotional bedeutsamen Vermögenswert. Denn Eigentumswohnungen sind oft nicht nur mit einem hohen Geldwert, sondern auch mit vielen Erinnerungen verknüpft. Im Zuge der Erbschaft ist einiges zu beachten. So müssen Erben beispielsweise entscheiden, ob sie die Eigentumswohnung selbst nutzen, vermieten oder verkaufen wollen. Wofür sich die Erben entscheiden, ist neben persönlichen Wünschen häufig auch von den finanziellen Rahmenbedingungen abhängig. Die wichtigsten Informationen rund um das Thema „Eigentumswohnung erben und vererben“ können Sie nun hier nachlesen.

Wer ist berechtigt, eine Eigentumswohnung zu erben?

Zunächst gilt, was im Testament festgelegt wurde. Wurde bereits vorab geregelt, wer die Eigentumswohnung einmal erben soll, kann der Nachlass meist ohne größeren Streitigkeiten geregelt werden. Besteht hingegen kein Testament, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Laut § 1930 BGB kann ein Verwandter nur erben, wenn kein Verwandter einer vorhergehenden Ordnung vorhanden ist. So erben vorrangig die Kinder und Ehegatten, erst dann die Eltern und Geschwister. Dem Ehegatten wird ein Vorrecht an der Eigentumswohnung eingeräumt, wenn er diese mit dem Erblasser bewohnt hat.

Die Erbengemeinschaft: Gemeinsam eine Eigentumswohnung erben

Eine Eigentumswohnung kann auch von mehreren Personen geerbt werden. Wenn zum Beispiel der Erblasser mehrere Kinder hatte, erben alle zu gleichen Teilen und es entsteht eine sogenannte Erbengemeinschaft. Die Erben können dann nur gemeinsam entscheiden, wie sie mit dem Objekt weiterverfahren wollen. Möchte also beispielweise ein Mitglied der Erbengemeinschaft die Immobilie verkaufen, wird dafür zunächst die Zustimmung der anderen Miterben benötigt. Erfolgt die Zustimmung, wird der Erlös aus dem Verkauf der Immobilie auf alle in der Erbengemeinschaft gleichmäßig verteilt. Eine Erbengemeinschaft kann jedoch auch aufgelöst werden. Wenn beispielsweise nur ein Miterbe der Erbengemeinschaft zum alleinigen Eigentümer werden soll, muss dieser den anderen Miterben ihren Anteil auszahlen.

Können sich die Erben einer Eigentumswohnung innerhalb der Erbengemeinschaft nicht einigen, wie mit der Eigentumswohnung zu verfahren ist, bleibt in der Regel nur die Teilungsversteigerung. Diese kann jedes Mitglied der Erbengemeinschaft beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Im Rahmen der Teilungsversteigerung wird zunächst ein Sachverständiger mit einem Verkehrswertgutachten beauftragt. Dabei ermittelt er anhand einer Bewertung der Eigentumswohnung deren voraussichtlichen Verkaufspreis – den sogenannten Verkehrswert. Auf der Grundlage des Verkehrswerts wird die Eigentumswohnung im Anschluss an das Gutachten versteigert.

Eigentumswohnung erben: Wichtige steuerliche Aspekte

Wer erbt, muss je nach Erbe und Verwandtschaftsgrad bis zu 50 Prozent Erbschaftssteuer auf die erhaltenen Werte zahlen – dies allerdings erst nach Abzug eines Freibetrags auf seinen Nachlassanteil: Für Ehegatten beträgt dieser 500.000 Euro, für Kinder 400.000 Euro, für Enkelkinder 200.000 Euro, für Eltern und Großeltern 100.000 Euro und für andere Erben 20.000 Euro.

Ausgenommen von der Erbschaftssteuer sind Eigentumswohnungen, die der Ehegatte seit mindestens zehn Jahre bewohnt hat. Die Wohnung erhält er in diesem Fall erbschaftssteuerfrei. Das gilt auch für die Kinder des Erblassers mit der Ausnahme, dass die Gesamtwohnfläche der Eigentumswohnung 200 Quadratmeter nicht übersteigen darf. Ist die Wohnfläche größer, wird für die darüber hinausgehende Wohnfläche anteilig eine Erbschaftssteuer fällig.

Übrigens: Übersteigt der Wert der Eigentumswohnung die Freibeträge der späteren Erben, kann es ratsam sein, die Immobilie bereits zu Lebzeiten an diese zu verschenken. Dadurch lassen sich Kosten durch die Erbschaftssteuer vermeiden.

Vom Erbe zum Immobilieneigentümer

Wird eine Immobilie vererbt, wechselt der Eigentümer. Dieser Wechsel muss beim Grundbuchamt veranlasst werden. Um die Umschreibung im Grundbuch sollten sich gesetzliche Erben innerhalb von zwei Jahren bemühen, da innerhalb dieses Zeitraumes keine Grundbuchgebühren dafür anfallen. Darüber hinaus müssen auch keine Grunderwerbssteuern gezahlt werden, wenn der Erbe mit dem Erblasser verwandt oder verheiratet war. Als Nachweis für die Erbfolge verlangt das Grundbuchamt von den Erben einen sogenannten Erbschein, wenn der Erblasser kein Testament oder keinen Erbvertrag hinterlassen hat. Der Erbschein wird vom Nachlassgericht ausgestellt und gibt Auskunft über den Erben, den Umfang des Erbrechts, die Anordnung der Erbfolge bzw. die Testamentsvollstreckung. Für die Beantragung eines Erbscheins fallen Gebühren an, die abhängig von dem Wert des Nachlasses sind.

Foto: © 3DarcaStudio / Adobe Stock

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